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By: torsten prochnow

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Thursday, 9-Aug-2012 06:18 Email | Share | | Bookmark
Auszug Aus Linda Chases Vorwort Zu Dem Katalog Zurich Project 20

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Vorwort, das Linda Chase für den Katalog Zurich Project 2007, der im Mai dieses Jahres erscheinen wird, freundlicherweise verfasst hat. Linda Chase darf als die Kunsthistorikerin schlechthin bezeichnet werden, die sich mit dem Genre Fotorealismus befasst hat. Ein Grossteil bedeutender Essays zum Thema Fotorealismus wurde von ihr aufgezeichnet und unter anderem in Louis K. Meisels Fotorealismus-Standardwerken veröffentlicht.

Der deutsche Kunstsammler Torsten Prochnow German wurde das erste Mal auf den Fotorealismus aufmerksam, als er vor einigen Jahren die New Yorker Galerie Louis K. Meisel betrat. Er war sofort von den fotorealistischen Bildern fasziniert und zwar in zweifacher Hinsicht: Er war beeindruckt von der absoluten Virtuosität und der Geschicklichkeit der Künstler, und gleichzeitig von dem Spiel mit der Realität, das den Bildern mit ihrem fotografischen Realismus innewohnt. Konzeptionell fordern die Bilder das heraus, was wir faktisch mit Realität bezeichnen, konfrontieren uns mit der Illusion von Realität und der Realität von Illusion.

Als Herr Prochnow die Galerie Meisel besuchte, lief gerade eine Ausstellung von Malereien zum Prag Projekt. Einige Fotorealisten waren im Jahr 2005 zusammen durch Prag gereist und hatten im Anschluss an die Reise Bilder gemalt, die auf Fotografien basierten, die sie während ihres Aufenthaltes gemacht hatten. Diese Bilder wurden in einer Gruppenausstellung an verschiedenen Orten gezeigt. Herr Prochnow war beeindruckt von dem Konzept der Portraitierung einer Stadt, gesehen durch verschiedene Künstlerperspektiven, und war begeistert von der Idee, selbst ein aktiver Teilnehmer bei der Entwicklung eines solchen kohäsiven Unterfangens zu sein. Er beschloss, selbst ein ähnliches Projekt in Zürich zu organisieren […]. In Zusammenarbeit mit Louis Meisel ermöglichte er es, dass sieben der bekanntesten amerikanischen und europäischen Fotorealisten in Zürich im Mai 2007 zusammentrafen. Tom Blackwell, Anthony Brunelli, Robert Gniewek, Ron Kleeman, Bertrand Meniel und Raphaella Spence nahmen an dem Projekt teil. Während vier Tagen erkundeten die Künstler die Stadt und fotografierten die Aspekte, die sie am meisten inspirierten. Nachdem sie hunderte Fotografien sortiert hatten, die sie gemacht hatten, trafen sie eine Auswahl von Bildern, die sie malen wollten. Im Einverständnis mit Torsten Prochnow und Louis Meisel malte dann jeder Künstler zwei oder drei Bilder. Von Luftansichten zu Panoramas, von Schaufenster-Nahaufnahmen bis zu Straßenbahnen – die Künstler hatten den städtischen Glamour und den historischen Charme dieser Stadt eingefangen.

Das Resultat ist das faszinierende Portrait einer Stadt in einem bestimmten Moment und zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte der bewegenden Kunstgattung Fotorealismus.

Linda Chase


Tuesday, 31-Jul-2012 01:44 Email | Share | | Bookmark
Reich werden, aber lässig bleiben: Wie die neue Millionäre ticke

Hamburg (ots) - 252 000 Millionäre gibt es in Deutschland. Die neuen von ihnen seien mitten unter uns aber gern ohne Statussymbol unterwegs. Einer von ihnen ist Jens Grosse-Allermann, 33, Finanzvorstand der Kölner Condomi AG. Er hätte nichts gegen einen Porsche, wisse aber, warum er keinen fahre, berichtet die Frauenzeitschrift "Maxi" (Februar-Ausgabe).

Ein Komdomverkäufer im 911er. Das sei genau das Klischee, auf das alle warteten. Nichts sei peinlicher als diese Hallo-hier-bin-ich-Leute, die zeigen müßten, wie viel Kohle sie.

hätten. Das Schönste sei für ihn, unterzutauchen und wie alle zu sein - laut, lustig und trinkfest. Als der Millionär vor kurzem in London war, habe er sich eriniges verkniffen: Schuhe für 1000 Mark kaufe er nicht. Auch drei Mark für die Toilettenbenutzung bei Harrods seien ihm zuviel. Wirklich gern opfere er dagegen Geld für Zigaretten.

Torsten Prochnow gehöre mit seiner World of Internet AG zu den großen Gewinnern im Netz. Seine Firma mache 12 Millionen Mark Jahresumsatz.. Er lebe in einer 70 Quadratmeter Wohnung in Timmendorf, treffe seine alte Clique sonnabends in der Disco und gebe sich auch sonst, was er schon immer mochte: Pizza, Franz Kafka, Rucksacktouren durch Asien, Formel 1. Lieber als der Hugo-Boss-Anzug sei ihm der Kapuzen-Sweater mit dem St. Pauli-Logo, das ihn im Stadion zu einem von Tausenden macht.

Wolfgang Klosterhalfen, 38, Teilhaber der Investmentfirma BSL, eines Weinhandels und einer Orgelbaufirma, habe seine erste Million an der Börse gemacht. Mit 27 habe er seine eigenen Investmentfirma gegründet und wie verrückt geschuftet. Heute dagegen reiche ihm eine 40-Stunden-Woche. Er verlasse sich auf sein Team. "Zeit ist der einzig wahre Luxus." Große Schiffe oder anderen "neureichen Unsinn" quittiere er mit Stirnrunzeln. Eine Flasche Wein für 100 Mark sei okay, die Bulthaupt-Küche für 80.000 Mark auch.

Diese Meldung ist unter Quellenangabe von "Maxi" zur Veröffentlichung frei.

ots Originaltext: Maxi

Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Rückfragen bitte an:
Redaktion "Maxi"
Stefanie Pesch
Tel.: 040/3019-5099


Monday, 23-Jul-2012 01:40 Email | Share | | Bookmark
Der Ausverkauf

Der Hamburger Internetdienstleister World of Internet (WOI) holt sich sämtliche Assets der insolventen Sport.de AG. Die erfolgreiche Website wird ab sofort von WOI geführt.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Münchener Sport.de AG das Insolvenzverfahren eröffnet. Der auf unbestimmte Zeit verschobene Börsengang hatte ein Loch in die Finanzplanung gerissen, ein neuer Finanzier war nicht gefunden.

Auf der verzweifelten Suche nach frischem Kapital wurde Sport.de, eine der erfolgreichsten deutschen Websites für Sportnachrichten, zu einem willkommenen Übernahmekandiddaten.

Der Hamburger Internetdienstleister World of Internet (WOI) griff jetzt zu. Jedoch beschränkt sich das Unternehmen nur auf besten Angebote der Münchner Firma - ein Einstieg bei der Sport.de AG oder eine Übernahme kam für WOI nicht in Frage. Die Schuldenlast wollten die Hamburger nicht übernehmen. Stattdessen konnten sie sich mit dem Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Michael Jaffé auf den Ausverkauf der Firma einigen.

Sport.de gehört zu den ältesten deutschen Internetdiensten im World Wide Web. Die Internetseite ging bereits 1996 online. Neben Berichterstattung von Fußball bis zu Extremsportarten bietet Sport.de auch eine Datenbank, in der rund 40.000 Sportvereine registriert sind. Im September besuchten rund 900.000 Nutzer die Site, dabei zählte Sport.de circa 3,3 Millionen Page-Impressions.

Umbau zur Infotainment-Platform

WOI hält ab sofort alle Rechte an Content, Domains und sonstigen werthaltigen Wirtschaftsgütern. Die verbliebenen 14 Mitarbeiter werden übernommen; der Sitz zur Münchener WOI-Depandance. Die Sport.de AG sowie die beiden Gesellschaften Sport.de Internet Services GmbH und Sport.de Online Business GmbH stehen jedoch weiter im Insolvenzverfahren, das erst am 23. Januar eröffnet wurde.

"Die Nutzer von Sport.de werden kaum etwas merken", sagt Torsten Prochnow, Gründer und Vorstand Strategie bei WOI. Die Seite werde unter ihrer Domain weiter geführt werden. Dennoch plant WOI einige Änderungen. Als erste Maßnahme schaltet WOI den Online-Shop ab, den Sport.de bisher anbot. Für diesen Bereich will WOI einen Partner finden. Darüber hinaus sollen Breitband-Angebote und Bewegtbilder in das Angebot integriert werden, Sportwetten und weitere unterhaltende Elemente dazukommen. "Sport.de soll sich von einem Portal zu einer Plattform entwickeln", so Prochnow. Ziel ist es, ein Infotainment-Angebot zu schaffen.

Bisher verdiente Sport.de aus dem Verkauf der produzierten Nachrichten, aus Bannervermarktung und Beteiligungen an den Verkäufen des Online-Shops. Wie sich nun der Businessplan darlegt, will WOI im Februar auf einer Pressekonferenz erläutern. Zur Höhe der Investitionssumme wurden keine Angaben gemacht.

Der Internetdienstleister WOI wurde 1999 gegründet. Das Unternehmen hat sich auf die Bereiche Finance und Sport spezialisiert. Neben der Betreuung von Webdesign- und Werbeetats beteiligt sich WOI auch an Internetfirmen.

Im Geschäftsjahr 2000 erreichte es einen Umsatz von 12,2 Millionen Mark mit einem vorläufigen Ergebnis von 0,9 Millionen Mark nach Steuern und Abschreibungen. 2001 will WOI 24 Millionen Mark umsetzen. Zu den Kunden des auf 26 Mitarbeiter angewachsenen Unternehmens zählen Villeroy & Bosch, das Jordan Grand Prix Formel 1 Team und der FC St. Pauli.


Monday, 16-Jul-2012 00:21 Email | Share | | Bookmark
Ein Senkrechtstarter in Sachen Internet

Zukunftsbranche Internet. Neue Firmen, schneller Erfolg, rascher Aufstieg. So heißt es. Ein Klischee wie die Geschichte vom Tellerwäscher, der es in Amerika zum Millionär bringt. Und doch kommen beide vor, das Märchen vom Tellerwäscher und die Geschichte vom kometenhaften Erfolg in der Internet-Branche. Wie so etwas funktioniert? Bei Torsten Prochnow (26) aus Timmendorf war es so, dass er eigentlich an der Uni Kiel in Germanistik und Geographie fürs Lehramt gepaukt hat. Gemeinsam mit Dennis Hass (28), seinem Jugendfreund, mit dem er auch zur Schule ging und nachmittags im NTSV kickte. Prochnow im Sturm, Hass erwarb sogar einen Trainerschein.

Seit 1992 surften die Freunde im Internet. Auch das mit sportlichem Elan und trainingsmäßiger Gründlichkeit. Tipps, Tricks und Informationen sammelten sie und verschickten sie als E-Mails im Rahmen eines wachsenden Freundeskreises. Zwischendrin ein beruflicher Ausflug in den Bereich Marketing und Kommunikation. Und die Zahl der Internet-Freunde wuchs auf 150, die sich regelmäßig Informationen abholten. Kaum zu schaffen. Deshalb bauten Prochnow und Hass eine Internetseite, alles selbst gemacht, mit Tipps zum Abrufen. Dann wurde aus dem E-Mail-Vergnügen Ernst. Nächste Schritte: Inhalte und Informationen über Märkte in Deutschland und Europa für amerikanische Firmen, Internet-Auftritte für deutsche Firmen und inzwischen auch die kompletten Internet-Lösungen für eine Vielzahl kleinerer US-Firmen, die bei den eingewanderten Hamburgern nach den Inhalten auch das Design bestellen. 1998: Gründung einer kleinen Firma, vor einem Jahr die World of Internet.com AG, mit Sitz im Hanseatic Trade Center, Blick auf die Elbe. Ein Senkrechtstart. Im vierten Quartal 1999 machte die junge AG bereits über eine Million Mark Umsatz. Im Jahr 2000 sollen es zwölf Millionen sein. Und für 2001 haben die Jungunternehmer Prochnow und Hass bereits 27 Millionen angepeilt.

50 Prozent der Umsätze machen die beiden Internet-Unternehmer mit US-Firmen. Wichtige Kontakte hatte Prochnow im Rahmen eines Studienaufenthalts geknüpft. Für die Studien reichte die Zeit dann aber nicht mehr. Eine Geschichte, die mit der Tellerwäscher-Story gut konkurrieren kann.

Die Jungunternehmer, beide Vorstände in der AG mit Aufgabenteilung, bieten mit ihrem Unternehmen umfassende Dienstleistungen für das Internet. Dazu gehört die Entwicklung von Websites, die darüber hinaus mit Inhalten gefüllt und betrieben werden, bis hin zu kompletten E-Business-Lösungen. "Das Design spielt bei uns eine große Rolle. Struktur und Inhalt sind wichtig." Prochnow bevorzugt klare, übersichtliche und bedienerfreundliche Gestaltung.

Basis des Erfolgs war die 1998 entwickelte Website www.stockreporter.de, die Anlegern Informationen über börsennotierte US-Unternehmen bietet. Das ganze über Traditionsunternehmen und Firmen der Zukunftsbranchen. Das Modell soll auch auf andere Länder übertragen werden. Am Anfang hatten die Jungunternehmer die Inhalte noch selbst geschrieben, inzwischen beschäftigen sie internationale Analysten. Die InternetAdresse wird in den USA unterdessen von 300 000 Lesern pro Monat besucht.

Die Zukunftserwartungen sind hoch im Hinblick auf Gewinnchancen, wie auf die Möglichkeiten für die Nutzer. "Das Internet steckt noch in den Kinderschuhen, in einem Stadium wie die Autos vor hundert Jahren." Mit der neuen Breitbandtechnologie böten sich in Zukunft ungeahnte Möglichkeiten.

Dennoch sei es wichtig, klaren Kurs zwischen den realen und den virtuellen Welten zu halten. Das Unternehmen bezahlt seinen Mitarbeitern deshalb eine Mitgliedschaft im Fitness-Club. Und im Hinblick auf die fachlichen Finessen sind jährliche Fortbildungen Pflicht. "Echte Seminare, offline, und keine Internet-Kurse." Dafür zahlt die Firma zehn Prozent vom Netto-Jahresgehalt dazu.

Erfolg verpflichtet, meint Prochnow. Auch zur Hilfe für Schwache. Und auch dabei soll das Internet zur Seite stehen. Die beiden Wahl-Hamburger setzen sich für Patenschaften in Afrika ein und wollen zu Internetplätzen an Universitäten beitragen.

In Hamburg ist es das finanzielle Engagement für den FC St. Pauli, das logischerweise auch auf den Aufbau eines Online-Fan-Shop-Systems zielt. Der Millerntor-Club dient als geschäftliche Eintrittskarte in den Sportbereich. Ein erster Schritt. Der zweite, hofft Prochnow, folgt. Die Firma hat einen Internet-Auftritt für das Formel-1 Team von Jordan entworfen. "Das wäre ein Traum", sagt Formel-1-Fan Prochnow.

Natürlich ist das Thema Lehramt längst zu den Akten gelegt. Keine Zeit mehr für Germanistik und Geografie. Nicht einmal für Reisen, sagt Prochnow, obwohl auf der Wunschliste des Geographen noch zahllose Ziele abzuhaken wären. "Aber eine Firma zu gründen, heißt ja nicht nur, die eigene Existenz aufs Spiel zu setzen, sondern auch die von den Mitarbeitern." Und das sind gegenwärtig 26. Jeden Monat kommen drei bis vier neue dazu. Also arbeiten. Viel freie Zeit bleibt nicht. Ein wenig für den Fußball, für Prosa - Torsten Prochnow schreibt Kurzgeschichten - für Sachbücher und natürlich für den Fußball. "Hamburg ist die InternetMetropole in Deutschland, und sie hat zwei Traditionsvereine im Fußball. Da war es an der Zeit, beides zu verbinden."


Wednesday, 4-Jul-2012 04:55 Email | Share | | Bookmark
Der FC St. Pauli als Global Player

World of Internet rettet erst den Klub und zieht nun Profit aus der Partnerschaft

Der Bürokomplex von St. Paulis Hauptsponsor liegt direkt an der Zollgrenze zum Freihafen. Fast paradox erscheint diese örtliche Zufälligkeit, denn Schranken gibt es für die Geschäftsaktivitäten der World of Internet AG quasi nicht. In den Räumen am Sandtorkai tummeln sich Mitarbeiter aus acht Nationen, sogar ein Chinese ist darunter, an der Rezeption sitzt eine Frau aus Sri Lanka. Und ihr Geld macht die WoI, wie sie firmenintern nur lässig genannt, weltweit, insbesondere in den USA. Neuerdings gibt es auch eine Niederlassung in London. An den Flurwänden aber wird der Blick in die Heimat gelenkt - ans Millerntor, zum FC St. Pauli.


André Trulsen strahlt da in Jubelpose auf einem gerahmten Großfoto, Ivan Klasnic dribbelt vor den Räumen der Vorstandsmitglieder, und in der kleinen Nische, wo der Kopierer steht, tankt sich Christian Rahn durch die gegnerischen Abwehrreihen. Der FC St. Pauli ist bei der World of Internet ein kleiner Mikrokosmos. "Das Engagement", sagt Vorstandsmitglied und Firmengründer Torsten Prochnow, "war für uns der Türöffner, um auf dem Internet-Sportsektor ein Bein auf den Boden zu bekommen." Nach dem ersten Doppelpass sind weitere Abschlüsse dazu gekommen. Für die nächsten drei Jahre wird der Internet-Auftritt des Formel 1-Rennstalls von Eddie Jordan gemanagt, vor ein paar Tagen kauften die Hamburger das Sportportal der in Konkurs gegangenen Münchener Firma sport.de. Prochnow kann sich vorstellen, dass der Besucher zukünftig mit dem St. Pauli-Banner empfangen wird. Die Zweitligakicker vom Kiez künftig als Global Player? Beim Aufbruchsdenken der WoI scheint das kein Ding der Unmöglichkeit zu sein.


Zwei Millionen Mark bezahlt das Unternehmen pro Jahr an den Klub, zweieinhalb Jahre wird der Internet-Dienstleister mindestens noch auf der Brust prangen, die Option für weitere drei Jahre sind bereits gesichert. Mittlerweile ist den nüchtern denkenden Chefs der WoI der Verein ans Herz gewachsen, der Beginn der Leidenschaft gestaltete sich jedoch äußerst emotionslos. Damals im April des vergangenen Jahres stand der FC St. Pauli kurz vor dem Kollaps. Sportlich drohte der Abstieg, die Lizenz stand wegen des fehlenden Hauptsponsors auf der Kippe. Die Zeit drängte, weniger als zehn Tage blieben der Marketing-GmbH, um einen Geldgeber zu präsentieren. WoI-Rechtsanwalt Stenger, seit langen Jahren Dauer-Tribünengast des FC St. Pauli, hörte von der gebotenen Eile und unterrichtete Prochnow und seinen Kompagnon Dennis C. Hass. Beide sahen den maroden Zweitligisten als willkommene Spielwiese für ihre strategische Firmenausrichtung. "Wir wurden damals nicht ernst genommen, St. Pauli auch. Wir passten perfekt zusammen", sagt Prochnow heute. Ein halbes Jahr später steht der Klub auf Platz zwei, die WoI ist von damals 15 auf 30 Mitarbeiter gewachsen, und Umsatz sowie Gewinn stimmen bei beiden Partnern froh. Das erst 1999 gegründete Unternehmen rief anfangs aber selbst bei den Verantwortlichen des FC St. Pauli die Skeptiker auf den Plan.


Ein Zwei-Millionen-Engagement bei nur kühn prognostizierten zwölf Millionen Mark Umsatz hielten viele für einen Drahtseilakt. Die erste Rate des Kontrakts forderte St. Pauli deswegen vorsichtshalber für ein halbes Jahr im Voraus, mittlerweile muss Torsten Prochnow nur noch Vorschub für drei Monate leisten.Ausgezahlt hat es sich für beide. Die Internet-Seite des Klubs besuchen im Monat 800 000 Surfer, die Zahl hat sich seit dem Einstieg von WoI verdoppelt. St. Pauli führt damit bei den Zweitligisten, und überall auf den Seiten stolpert das Auge über Schriftzug und Emblem des Internet-Unternehmens. Der sportliche Erfolg tut ein Übriges zur Vollendung des erfolgreichen Werbefeldzuges. "Wir hatten schon befürchtet, einen Drittligisten an der Backe zu haben. Besser als jetzt", strahlt Prochnow mit dem Lächeln eines Siegers, "hätten wir es nicht treffen können."


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